Das "neue Normal" - oder auch: der fehlende Flurfunk

Aktualisiert: Feb 10


Wie viele, viele andere auch, sitzt natürlich auch bei uns der größte Teil der Belegschaft im HomeOffice. Wie gehen wir damit um und wie gut klappt das tatsächlich? Heute mal ein kleiner Bericht "from behind the scenes" über das "neue Normal".

Zugegeben: der erste Lockdown brachte eine erste Entschleunigung in unser Leben, die hier und da dem ein oder anderen auch gut tat.


Die Arbeitswege wurden für viele Kollegen kürzer, denn sie hüpften aus dem Bett an den Schreibtisch gegenüber und interne Stimmungsbarometer verrieten: noch nie war die Work-Life-Balance so gut.


Aber natürlich vermisst man schnell das, was man nicht mehr hat: die nette Autofahrt zur Arbeit, den Plausch an der Kaffeemaschine mit der einen Kollegin und den obligatorischen nur semilustigen Witz des anderen Kollegen, über den man aus Höflichkeit aber dann trotzdem lacht; vielleicht sogar lacht, eben weil er gar nicht lustig war. Und vor allem unser Vertrieb kriegt schon Hummeln im...naja...weil sie deutlich seltener zum Kunden herausfahren (können).


Was aber das Team.Martin besonders vermisst ist das gesellige Miteinander. Für jedes X-te Projekt spendiert die Geschäftsführung ein Essen, bei dem alle beieinander sitzen. Geburtstage werden mit mitgebrachten Kuchen und Leckereien gefeiert. Im Sommer gibt es immer ein internes Grillfest, einen Firmenausflug und ab und an ein kühles Radler zum Abschluss des Arbeitstages unten im Erdgeschoss.

Durch das enge Miteinander im Team, wusste man immer, wen man um Rat fragen kann, wer gerade so viel zu tun hat, dass man seine Hilfe anbietet, wer heute einen besonders guten Tag hat und wer gerade versucht hier einen Prozess zu optimieren oder dort ein Problem zu lösen.



All das fehlt im neuen Normal.

Um dennoch die Nähe zueinander nicht zu verlieren, versuchen wir es nun digital:


Unsere Pausen finden jetzt im digitalen Pausenraum statt - wer Lust hat, kommt dazu. Trinkt einen Kaffee mit den Kollegen, beißt in seine Stulle und flurfunkt mal wieder etwas oder schickt ein Foto mit seiner aktuellen Fensteraussicht. So sind die Kollegen quasi kurz zu Besuch daheim.


Weiterhin wöchentlich findet unsere Abteilungsleiter-Besprechung statt. Die hat online sogar noch einen Vorteil: jeder ist pünktlich, denn keiner musste an der Kaffeemaschine anstehen. Daheim hat jeder seine eigene. Und wir haben unseren Kollegen alle mal wieder sehr aktuelle Bilder unserer Kids zeigen können - denn die haben sich mehr als nur einmal ins Bild geschoben und allen gewunken.


Was wir wir aus dem alten Normal ins neue ebenfalls übernommen haben, sind unsere internen CoCoachings. Das sind Meetings unserer Führungskräfte, in denen ein meist sehr fruchtbarer Austausch stattfindet zu Themen wie (Personal-)Führung, Kommunikation (Trainings), Erfahrungen, Erfolge, aber auch Niederlagen. In den letzten Monaten waren die Themen natürlich etwas angepasst a la Corona: Wie führe ich meine Abteilung auf Distanz? Welche Schwierigkeiten zeigen sich und welche Möglichkeiten tun sich auf?

Wirklich empfehlenswert und gewinnbringend, insbesondere wenn auch Menschen unterschiedlicher Generationen einen solchen Austausch miteinander betreiben.


Seit einigen Wochen führen wir zudem einen wöchentlichen internen Newsletter. Und an dieser Stelle ein Tipp: oft sind es hierbei nicht "the big news", die es ausmachen, sondern es sind vor allem die Kleinigkeiten, welchen man zu wenig Fokus schenkt, dass sie oft hinten runterfallen. Aber genau diese Kleinigkeiten, helfen dem ein oder anderen Kollegen oft ein Stück weiter oder vermeiden nervige Nachfragerei. Sicherlich sind hierdurch viele von uns etwas feinfühliger geworden und bedenken noch mehr, welche Infos für Kollegen relevant sein könnten (die sie auch nicht durch den Flurfunk erfahren).


Zudem haben sich die internen Stimmungsabfragen seit dem ersten Lockdown vermehrt und werden stets miteinander verglichen, um sicherzustellen, dass negativen Tendenzen schnell genug entgegengewirkt werden kann.



Unser Scrum-Team arbeitet weiterhin agil UND digital und jeder Mitarbeiter kann von überall beim Review dabei sein.

Und natürlich gibt es auch weiterhin Technik- und Vertriebsschulungen, nur eben online.

(An der Stelle der Hinweis: am 12.02. findet die nächste Technik-Schulung statt)



Es ist also nicht alles schlecht in dieser Zeit - tatsächlich ist sogar sehr vieles sehr gut. Wir alle standen vor neuen Herausforderungen, mussten unsere Fähigkeiten und Kompetenzen hier und da etwas strecken und entstanden ist ein solides, gut funktionierendes "neues Normal" im Unternehmen. Und im Wissen eines starken Teams im Rücken, machen Herausforderungen nur wenig Angst, denn sie sind alle zu bewältigen.


Nichtsdestotrotz sind wir alle froh, wenn das alte Normal bald zurückkehrt und wir aus dem neuen Normal nur noch die positiven Errungenschaften beibehalten.





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